Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn man etwas, das sich bewährt hat, beibehalten will?
Konservativ sein bedeutet nicht, „Das machen wir schon seit 20 Jahren so, da ändern wir nichts dran.“
Konservativ sein, darf aber auch nicht bedeuten, zu verhindern, dass etwas Besseres etwas weniger gut Geeignetes ersetzt. Vorausgesetzt, dass es wirklich besser ist.
Schwierig wird es da, wo etwas Neues eingeführt werden soll, was nicht bis zum Ende gedacht wurde. Der Trend dazu ist schon seit einiger Zeit sehr stark vorhanden.
Heißsporne glauben, dass sie das Rad neu erfunden haben und hinterher stellt sich heraus, dass außer Murks nichts Gescheites dabei herausgekommen ist.
Markantes Beispiel hierfür ist wohl derzeit die deutsche Energiewende, in der mit Adenauers Worten schmutziges Wasser weggeschüttet wurde, bevor man gesichert neues sauberes Wasser hatte.
Konservativ zu handeln hätte in dem Fall bedeutet, dass man durchaus an neuen Möglichkeiten der Energiegewinnung hätte parallel arbeiten sollen, die bewährte Versorgung jedoch so lange aufrechterhalten, bis ohne jeden Zweifel, nach intensiver Erprobung, bis hin zur Frage der Entsorgung, zum Beispiel die „ewigen Substanzen“ beim Bau der Windmühlen, alle Fragen beantwortet sein würden.
Hier hat man den gleichen Fehler gemacht, wie seinerzeit bei der Atom-Energie, bei der bis heute nicht die Frage geklärt ist, wohin mit den ausgebrannten Brennstäben, wobei es heute inzwischen Technologien gibt, die den „Restmüll“ durch Wiederverwendung erheblich reduziert haben. Deutsche Forschung findet im Ausland statt, weil Deutschland beschlossen hat, wieder mit Feuersteinen und Reisig Feuer zu machen.
Konservativ sein darf nicht bewirken, sich gegen Neuerungen zu sperren. Der Sachverstand sollte allerdings bei allen Ideen eine wichtige Rolle spielen.
Es kann auch vorkommen, dass man aus anderen Gründen an etwas Bewährtem festhält, obwohl es etwas Neues gibt, dass es ablösen könnte.
Ein Beispiel hierfür wäre vielleicht das Beibehalten eines analogen Schulunterrichts, obwohl digitale Mittel zur Verfügung stehen, weil man zu der Erkenntnis gelangt ist, dass es eine Tatsache ist, dass man Lerninhalte besser verinnerlicht, wenn man sie selber für sich einmal niedergeschrieben hat.
Um etwas niederschreiben zu können, muss man schreiben können. Das hört sich im ersten Moment banaler an, als es ist, denn das Schreiben mit der Hand wird durch Wischen und Tippen zunehmend verdrängt.
Mit dem Selbst schreiben würde man auch das Lesen und die geistige Beweglichkeit während des Transfers vom Gedanken zum eigenhändig niedergeschriebenen Wort fördern.
Die Transferfähigkeit Gedanke-geschriebenes Wort, die die denkerische Beweglichkeit fördert, wird zunehmend zum Erliegen gebracht, in dem sich heute die Auffassung verbreitet hat: „Warum soll ich mir das merken? Wenn ich etwas wissen will, frag ich Google, oder die Künstliche Intelligenz.“
Mit dem Begriff KI soll etwas suggeriert werden, dass es gar nicht gibt. Die Intelligenz ist dem Menschen vorbehalten, und die schnelle Kombinationsfähigkeit von Wissen mittels eines Programms ist dem menschlichen Geist entsprungen, ebenso wie das Programm, dass das Wissen für den Menschen verständlich zusammenfügt. Auch hier zeigt sich wieder: Materie, das Programm, ist verdichteter Geist, denn es ist dem menschlichen Geist entsprungen. Mit einer künstlich hergestellten Intelligenz hat das alles nicht das Geringste zu tun.
Grund für die nach unten gehende Spirale ist die uns Menschen innewohnende Bequemlichkeit, die dazu führt, dass die Menschen immer mehr verblöden, was sich darin äußert, dass es viele Menschen gibt, die keinen geraden Satz mehr zustande bringen, geschweige denn, dass sie in der Lage wären, ihn rechtschreibfehlerfrei zu Papier zu bringen.
Dass das so ist, könnte mit einem politischen Kalkül sogar gezielt gesteuert werden, denn je dümmer ein Volk ist, desto leichter lässt es sich in die Bahnen lenken, die die Politik, vor allem aber die, die im Hintergrund, im Verborgenen die Vorgaben geben, für sie vorgesehen hat. Solche Pläne sind immer langfristig angelegt, darum ist es so schwer für viele, sie zu erkennen, denn auch die Fähigkeit einen längeren Zeitraum überblicken zu können, hat stark abgenommen. Stattdessen denkt man immer mehr von der Tapete zur Wand.
Der „Ausflug“ in die Verblödung soll aufzeigen, dass diejenigen, die in der Lage sind wahrheitsgemäß mit einem gewissen Wissenshintergrund zu denken, immer weniger werden.
Überhaupt die Lust daran nachzudenken, sich eigene Gedanken zu machen, sich eine eigene Meinung zu bilden, nimmt immer mehr ab zugunsten eines Informationskonsums, Informationen, die andere für einen gedacht haben, und die übernommen werden.
Das öffnet Tür und Tor für diejenigen, die verlockende Neuerungen und Vereinfachungen versprechen. Und weil diejenigen, die sie betreffen, immer weniger in der Lage sind zu reflektieren, selbst nachzudenken, einzuordnen, sich eine eigene Meinung zu bilden, haben diejenigen ein leichtes Spiel, Mahner, die Gründe aufzählen, an Bewährtem festzuhalten, weil das Neue noch nicht ausgereift genug ist, als Zukunftsverhinderer zu bezeichnen, oder gar in ein bestimmte, oft rechte Ecke zu stellen, um ihre absurden, nicht zu Ende gedachten Ideen dann doch durchsetzen zu können.
Deutschland ist derzeit ein gutes Beispiel dafür, wie Absurditäten zur Normalität gemacht werden können, weil der Bildungsstand und die Urteilsfähigkeit nicht auszureichen scheinen, dass das erkannt werden kann, geschweige denn, formuliert oder gar niedergeschrieben.
Das Bewusstsein für Konsequenzen aus Absurditäten, die erkannt werden könnten, liegt brach, mit dem Ergebnis, dass aus einem Land, aus dem viele weltweit bekannte und anerkannte Denker und Dichter stammen, ein Land der Deppen und Doofen geworden ist.
Indiz dafür ist auch, dass es weder Philosophen gibt, deren Einschätzung ein Gewicht hätte, noch, dass deren Einschätzung in der Politik, in der sie dringend benötigt würde, gefragt ist.
Der Rat der Wirtschaftsweisen ist allenthalben ein Relikt au der Urzeit, ohne wirklichen Einfluss auf die Politik. Den üben Lobbyverbände und der Finanzsektor aus.
Und langhaarige Fernsehschwätzer mit Wetterhahnhintergrund als Philosophen zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für die Philosophie, weil solche Personen dazu beitragen, das Niveau der Philosophie auf das eines Kochbuchs herabzusetzen. Für das Restpublikum des ÖRR aber scheint diese Küchenphilosophie jedoch schon ein hohes Niveau zu haben.
Es geht also weiter abwärts mit Deutschland, dafür aber mit einem atemberaubenden Tempo, dass so viel Staub aufwirbelt, dass man gar nicht sehen kann, was auf der Fahrt nach unten so alles mitgerissen wird.
Zu guter Letzt die „gute“ Nachricht:
Diese Fahrt wird nicht ewig dauern, und der unvermeidliche Aufprall bietet zahlreiche, kreative Gestaltungsmöglichkeiten, von Staatsbankrott über Revolution bis hin zu einem Krieg.
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
(Helfen Sie, dass das nicht zensierbare pareto-Projekt weiterwächst. Leiten Sie Artikel, die Sie auch in den telegram-Kanälen finden, an Menschen weiter, von denen Sie sich vorstellen können, dass sie sich dafür interessieren.)
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay)


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