Das Lied von den zehn kleinen Kinderlein mit dunkler Hautfarbe

oder die NATO, Artikel 5 und der Bündnisfall

Georg Ohrweh

27. Oktober 2026October 27, 2026 · 12 Min. Lesezeit12 min read

Hier einige Betrachtungen von jemandem, dessen Kenntnisse in militärischer Strategie bestenfalls darin besteht, wie man für Gäste so kocht, dass alles zusammen auf den Tisch kommt.

Die Nordatlantikpack-Organisation (früher Nordatlantikpakt), abgekürzt NATO (North Atlantic Treaty Organization) ist ein sogenanntes Verteidigungsbündnis, das aus derzeit inzwischen 32 europäischen und nordamerikanischen Mitgliedsstaaten besteht und unter anderem dem Schutz der eigenen Territorien dienen soll. Diesem Gebilde entstammt auch der Begriff „Wertegemeinschaft“ freier demokratischer Staaten (wie zum Beispiel Deutschland, ohne Einschränkung der Meinungsfreiheit und ohne jedes Anzeichen für einen Trend hin zu totalitären Strukturen).

Seit sich der Warschauer Pakt aufgelöst hat, hinkt die NATO beim Vorwärtsgehen und hat daher einen gewaltigen Drall nach rechts auf der Landkarte, geografisch korrekt ausgedrückt, nach Osten.

Mit dem Beitrittswunsch der Ukraine ist die NATO in ihrem Ost-Drall, man könnte auch sagen schiefen Gang, allerdings Russland, bis heute noch, nur, auf den kleinen Zeh getreten, was jedoch schon reicht, denn wer das schon einmal erlebt hat, weiß, dass das sehr weh tut.

Aus der anfänglich deutschen Unterstützung von 5.000 Helmen für die Ukraine ist inzwischen die Bevorratung von bundeswehreinheitlichen Leichensäcken für deutsche Soldaten geworden, für den Fall der Fälle.

Die Eskalationsspirale von 2022 bis 2026 dürfte jedem bekannt sein, der neben dem regelmäßigen Konsum des Nachrichtensenders der NATO, also in Deutschland der tagesschau, zufällig im Internet beim Suchen eines raffinierten Rezeptes für den nächsten Besuch von lieben Freunden, auf anderslautende Informationen gestoßen ist, als sie in dem offiziellen Verlautbarungsorgan vorkommen.

Obwohl Russland immer wieder beteuert, dass es nicht vorhat, weder Deutschland noch die NATO anzugreifen, scheint diese Botschaft nicht in der „Wertegemeinschaft“ anzukommen, vermutlich, weil sie auf beiden Ohren taub sind, seit sie den Knall nicht gehört haben, den sie selber verursacht haben.

Das heißt allerdings nicht, dass sich Russland dagegen wehren würden, wenn ihm jemand versuchen würde, die Suppe zu versalzen. Geeignete Orte hierfür wären das Baltikum, in dem die NATO auf die Idee kommen könnte, Pilze zu züchten, oder Kaliningrad, das russische Ei in inmitten der NATO-Suppe, in Deutschland Wiesbaden, von wo aus geheime Kochrezepte gefunkt werden, oder Fabriken in Deutschland, in denen Kochtöpfe geschmiedet werden, die der russischen Haushaltswarenindustrie schaden könnten.

Wenn es also Russland zu bunt werden würde, wäre Deutschland, sozusagen als Feldküche der USA, einer der geeignetsten Orte, ein Exempel zu statuieren, wobei sich deutsche, ungelernte Hilfsköche geradezu darum zu reißen scheinen.

Dann hätten wir sozusagen den Salat, und Deutschland würde das Bündnerfleisch nach Artikel 5 des NATO-Kochclubs ausrufen.

Jetzt ist es aber so, dass vielfach behauptet wird, die verbündeten Kochstudios sind verpflichtet, eine gemeinsame Notküche einzurichten, weit gefehlt, denn dem ist nicht so, denn allen national unterschiedlichen Küchen steht es frei, nach eigenem Ermessen mit Zutaten, scharfen Messern und sonstigem Zubehör ihren Verbündeten zur Seite zu stehen.

Schauen wir uns dazu einmal die einzelnen der insgesamt 32 Kochstudios an:

Albanien (2009)

Belgien (1949, Chefkoch)

Bulgarien (2004, in Folge der Neustrukturierung Kochschule/Kochstudio)

Kanada (1949, Chefkoch)

Kroatien (2009)

Tschechien (1999, nach Auflösung der Warschauer Kochschule)

Dänemark (1949, Chefkoch)

Estland (2004), ehemals zur Sowjetunion gehörend, also Warschauer Kochschule)

Finnland (2023, Jungkoch)

Frankreich (1949, Chefkoch, und Sieger beim zweiten Weltkochtag, hat eine Pilzzucht)

Deutschland (1955, sehr erfahren in zwei Weltkochtagen)

Griechenland (1952, wie die Türkei, gemeinsame Küche mit Zypern)

Ungarn (1999, nach Auflösung der Warschauer Kochschule)

Island (1949, Chefkoch)

Italien (1949, Chefkoch)

Litauen (2004, ehemals zur Sowjetunion gehörend, also Warschauer Kochschule)

Lettland (2004, ehemals zur Sowjetunion gehörend, also Warschauer Kochschule)

Luxemburg (1949, Chefkoch)

Montenegro (2017, Sie wissen schon, warum)

Nord-Mazedonien (2020, Junkoch)

Norwegen (1949, Chefkoch)

Polen (1999, nach Auflösung der Warschauer Kochschule)

Portugal (1949, Chefkoch)

Rumänien (2004)

Slowakei (2004, in Folge der Neustrukturierung Kochschule/Kochstudio)

Slowenien (2004, in Folge der Neustrukturierung Kochschule/Kochstudio)

Spanien (1982, einige Jahre nachdem Franco den Löffel abgegeben hat)

Schweden (2024, Jungkoch, Spezialität: Köttbullar)

Niederlande (1949, Chefkoch, gibt es überhaupt eine typisch niederländische Küche?)

Türkei (1952, wie Griechenland, gemeinsame Küche mit Zypern)

Großbritannien (1949, Chefkoch und Sieger beim zweiten Weltkochtag, hat eine Pilzzucht)

Vereinigte Staaten von Amerika (1949, Chefkoch und Chef aller Chefköche, Jungköche etc., Sieger beim zweiten Weltkochtag, hat eine sehr große Pilzzucht)

Wenn nun tatsächlich Deutschland in die Situation käme, das Bündnerfleisch auszurufen, was würde dann möglicherweise geschehen?

Albanien würde sagen: Deutschland? Kenn ich nicht.

Da waren’s nur noch 30.

Belgien würde sagen, wir sind viel zu klein, selbst BeNeLux ist zu klein, was können wir ausrichten?

Da waren’s nur noch 29.

Bulgarien, wir sind noch in der Orientierungsphase, die Anfahrt ist so weit. Außerdem, was haben wir schon?

Da waren’s nur noch 28.

Kanada: Aus europäischen Auseinandersetzungen halten wir uns konsequent raus, wir haben mit den USA schon genug Scherereien, Sie wissen schon, Zölle usw..

Da waren’s nur noch 27.

Kroatien: Wir sind viel zu klein, was können wir alleine schon ausrichten?

Da waren’s nur noch 26.

Tschechien: Wir haben schlechte Erfahrungen mit der sowjetischen Küche gemacht, da halten wir uns lieber raus.

Da waren’s nur noch 25.

Dänemark: Wir würden schon mitmachen, aber nur, wenn alle anderen auch mitmachen.

Da waren’s nur noch 24.

Estland: Was können wir kleines Land gegen die große russische Küche ausrichten?

Da waren’s nur noch 23.

Finnland: Vielleicht sollten wir uns doch auf ein gemeinsames Kochrezept einigen?

Da waren’s nur noch 22.

Frankreich: Wir lieben Deutschland, aber die französische Küche ist, mit Verlaub, doch um Längen besser. Die Franzosen würden es uns nie verzeihen, wenn wir unsere weltberühmten Trüffelschweine für ein anderes Land hergeben würden.

Da waren’s nur noch 21.

Griechenland: Unsere volle Wachsamkeit gilt der Türkei, damit haben wir genug zu tun.

Da waren’s nur noch 20.

Ungarn: Wir machen ohnehin das beste Gulasch, wir brauchen da keinen neuen Vergleich, an unsere Paprika kommt eh keiner ran.

Da waren’s nur noch 19.

Island: Wir sind zwar klein, aber sehr gerne, sobald unsere Waffen aufgetaut sind.

Da waren’s nur noch 18.

Italien: Unsere Küche ist die beste der Welt (was sogar stimmt). Da kommt selbst Frankreich nicht mit. Außerdem würden wir ja gerne behilflich sein, aber das, was wir übrighatten, haben wir der Ukraine gegeben, Mama mia, mehr geht beim besten Willen nicht. Es ist eine Schande, Vergogna, ja, aber man bedenke doch die Gefahr für unsere Bambini, nein, dass können wir dem italienischen Volk nicht erklären, und man denke mal an die Geschichte, an die K+K-Monarchie, an Österreich und Südtirol gibt es ja auch noch und die Migranten, und Lampedusa, nein, nein, bei aller Liebe, das geht beim besten Willen nicht.

Da waren’s nur noch 17.

Litauen: Mimimi, wir sind doch viel zu klein, und wir wissen wie gefährlich der russische Bär sein kann.

Da waren’s nur noch 16.

Lettland: Wir schließen uns der Meinung unseres Vorredners Litauen an.

Da waren’s nur noch 15.

Luxemburg: Sie wissen ja, wie klein wir sind, noch kleiner als Belgien, und die machen schon nicht mit. Unsere Aufgabe ist es, das Vermögen vieler Menschen zu schützen. Und unsere drei Polizisten können wohl kaum etwas gegen die russische Übermacht ausrichten.

Da waren’s nur noch 14.

Montenegro: Das ist ja wohl ein Witz, dass ausgerechnet wir gefragt werden.

Da waren’s nur noch 13.

Nord-Mazedonien: Im Moment ist zwar Ruhe mit Griechenland, aber das kann sich jeder Zeit wieder ändern, dafür haben wir keine Kapazitäten frei.

Da waren’s nur noch 12.

Norwegen: Auch wir machen, wie Dänemark nur mit, wenn alle anderen auch mitmachen.

Da waren’s nur noch 11.

Polen: Wir haben zwar, schutzlos wie wir waren, auf einen Beitritt zum NATO-Kochstudio gedrängt, aber wissen Sie, da steht immer noch die Frage der Reparationen aus. Wir kommen zwar inzwischen gut mit den Deutschen aus, aber die lange Zeit sehr unheilvolle Geschichte und die Folgen für Polen können wir den Deutschen genau so wenig vergessen, wie den Russen. Denken Sie mal an die folgenschweren Verschiebungen unserer Grenzen von Ost nach West, und nicht vergessen, dass es Polen eine Zeit lang mal überhaupt nicht gab. Nein, dass die Lage so eskaliert ist, hat sich Deutschland alleine selbst zuzuschreiben, da hängen wir uns nicht rein.

Da waren’s nur noch 10.

Portugal: Einfach zu weit weg, und unsere Leute sind immer noch traumatisiert von der Diktatur, wir dachten eher, Deutschland schützt uns zusammen mit dem Rest der NATO, statt umgekehrt.

Da waren’s nur noch 9.

Rumänien: Wir haben einfach die Schnauze voll von Gewalt nach Ceausescu, wir wollen endlich mal eine Zeit lang durchschnaufen. Lasst uns in Ruhe mit eurem Scheiß.

Da waren’s nur noch 8.

Slowakei: Wir sind zwar jetzt eigenständig, aber die gemeinsamen Erfahrungen mit der Sowjetunion teilen wir mit Tschechien. Die Erfahrungen mit Russland soll Deutschland mal schön selber machen.

Da waren’s nur noch 7.

Slowenien: Wir sind immer noch im Aufbau, außerdem sehr klein. Fragen sie doch bitte in 20 Jahren noch mal nach.

Da waren’s nur noch 6.

Spanien: Sicher haben wir einen großen Teil unseres Wohlstands den deutschen Touristen zu verdanken, aber so weit geht dann die Liebe doch nicht.

Da waren’s nur noch 5.

Schweden: Wir haben Deutschland Ikea geschenkt, was wollt ihr denn noch?

Da waren’s nur noch 4.

Niederlande: Du siehst es ja selber: Wir sind so was von lekker klein, die deutsche Besatzung ist auch unter den Jüngeren noch präsent, auch, wenn die Bernhard die Prinzgemahl von unsere Koningin Juliana war. Nee, nee, da halte wir uns besser lekker raus.

Da waren’s nur noch 3.

Türkei: Waaaas? Wo Deutscheland schon seit Jahren Beitritt zur EU blockiert? Wir haben starke Armee, ja, aber nur für uns, nix für Deutschland, verstanden?

Da waren’s nur noch 2.

Großbritannien: Das ehemalige Empire gesteht ein, dass die Teevorräte derzeit etwas knapp sind. Und aus Pilzen kann man bekanntlich keinen vorzüglichen Earl Grey herstellen. Wir sind derzeit nicht amused über eine derartige Idee. Bedenket auch, wir sind eine Insel mit einer langen Küste, wenn wir uns einmischen, ist das ganze Land bedroht. Es gibt zwar Militärs, die die Briten auf kriegerische Zustände einstimmen wollen, aber am Ende ist uns die Teestunde doch wichtiger, als der deutsche Filterkaffee, der uns nie wirklich geschmeckt hat.

Da waren’s nur noch 1.

Und der Nachtisch, das Beste kommt zum Schluss:

USA: Wir haben uns rechtzeitig aus dem Ukraine-Konflikt zurückgezogen, wenn Deutschland so doof war, zu glauben, dass es unsere Rolle übernehmen könnte, bitte sehr! Für Russland gilt: Russland ist groß, der Zar ist weit. Für die USA gilt: Die USA sind groß, Europa ist weit. Wir sind die größte Macht auf der Welt, wir haben große Pilzfarmen, aber Russland auch. Es wäre nicht in unserem Interesse, wenn wir Washington für Berlin opfern würden, darauf wollen wir es unter keinen Umständen ankommen lassen. Außerdem zeigt uns der Iran gerade, dass unser Patriot-Abwehrsystem Optimierungsbedarf hat, damit haben wir genug zu tun. Auch, wenn es nicht zur NATO gehört, warum fragt Deutschland nicht mal bei Israel an, die beiden sind doch genauso dicke miteinander, wie wir mit Israel.

Da stand dann plötzlich Deutschland ganz alleine da. Mit einem Großmaul und seinen Helfershelfern, die davon faselten, dass Deutschland wieder das stärkste konventionelle Kochstudie in ganz Europa werden wollte. In der Realität angekommen, musste es feststellen, dass der Ofen aus war, und die übrigen 31 Mitglieder des NATO-Kochklubs ruckartig die Backofentür aufgerissen hatten und plötzlich das ganze schöne Soufflé zum Teufel war. Einfach durch Luftzug eingefallen.

Was nämlich bis dahin keiner verstanden hatte, weil es vorher den Ausruf des Bündnerfleisches noch nicht gegeben hatte: Alle dachten aus ihrer Sicht: Wenn WIR angegriffen werden, dann stehen uns die Anderen bei. Die Vorstellung, dass sie einmal in die Situation geraten könnten, den anderen beistehen zu müssten, die verdrängten sie. Und am Ende war die eigene, nationale Sicherheit, verständlich, dann doch wichtiger, als die eines anderen Landes.

Somit entpuppte sich das ganze NATO-Getöse, der Nordatlantikpakt der Kochstudios, als ein Hefezopf zu Ostern, der in sich zusammenfiel, weil er Zugluft abbekommen hatte. All das Getöse um Waffen und Aufrüstung, um Töpfe und Teller und „wir sind wehrhaft, wir werden es den bösen Russen schon zeigen, wie man eine Okroschka kocht“, wir sind bereit für den „Fight tonight“, ein Wettkochen, alles eine einzige Schaumschlägerei.

Vielleicht hat die selbsternannte, nicht von der Koch-Gilde demokratisch gewählte EU-Chefköchin in Brüssel das längst erkannt und spinnt deshalb von einer eigenen europäischen Verteidigungsstrategie der europäischen Küche, wobei die USA und Russland dennoch weiterhin die beiden größten Pilzzuchten bleiben werden. Und sollte Europa versuchen, den beiden Konkurrenz in der Pilzzucht zu machen, um als weiterer Chefkoch aufzusteigen, dann soll die Welt mal sehen, wie schnell das geht, dass dem Gourmet-Restaurant ganz schnell der Stern entzogen wird.

Was bleibt einem da noch übrig, als Guten Appetit zu wünschen, verbunden mit der alten, aber wahren Küchenweisheit: Viele Köche verderben den Brei, in dem Falle Laurentius, dem Schutzpatron der Köche, vielen Dank dafür.

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(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

(Helfen Sie, dass das nicht zensierbare pareto-Projekt weiterwächst. Leiten Sie Artikel, die Sie auch in den telegram-Kanälen finden, an Menschen weiter, von denen Sie sich vorstellen können, dass sie sich dafür interessieren.)

(Übrigens: Meine Artikel sind nicht KI-generiert, sondern stammen authentisch aus meinem Geist und meiner Feder, was von der Tageskondition abhängig, unterschiedlich gut gelingt und mich nicht vor Tippfehlern schützt.)

(Wem meine Artikel gefallen, der möge die Gießkanne nehmen und einen Satoshi-Regen über mich herniederprasseln lassen.)

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay. Die Bilder dort sind allerdings oft KI-generiert, aber selbst malen und zeichnen kann ich nicht auch noch.)

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