Wenn wir Leibnitz große Frage, “Warum ist etwas und nicht vielmehr
nichts”, ein wenig abwandeln, bleibt sie für uns gleich relevant, aber
leichter greifbar. Warum das Leben Bewusstsein ausgebildet hat, das ist
für das Bewustsein ein und die selbe Frage. Im ersten Moment scheint das
Bewusstsein eher etwas Hinderliches, wenn ich mich erst entscheiden
kann, nachdem ich mir etwas klar gemacht habe, kann ich schon gegessen
worden sein. Einfachere reflexbogen Systeme sind da viel schneller.
Warum schleppt sich das Leben mit diesem Bewusstsein rum? Gerade wenn
wir uns den selektiven Druck vorstellen, der auf dem Leben lastet. Warum
ein Bewusstsein produzieren das die Entscheidungsvorgänge “erlebt”. Ist
es nicht sogar besonders herzlos von der Welt, all diese Wesen, die sich
nicht behaupten können, die gefressen, verschlungen, zerquetscht,
aufgelöst in Säure u.ä. werden, müssen mit anfühlen wie das mit ihnen
passiert. Das klingt doch eher wie die grausame Idee eines verrückten
Gottes.
Bewusstsein ist kein Problem, Bewusstsein ist die Lösung[1] für ein
Problem das das Leben hat: “Entscheiden”. Entscheiden ist ein Problem,
wir wissen das von der Russelschen Aniomie[2], der Gödelschen
Unvollständigkeit[3] und dem Halte-Problem Turings[4]. Enscheidungen
sind das Problem, die das Leben lösen muss. Wie die vorhergehenden Sätze
gezeigt haben, ist dies Algoritmisch nicht möglich, das hat auch das
Leben ‘begriffen’, die Antwort des Lebens auf das Enscheidungsproblem
ist unser Bewusstsein. Das “Klarmachen ändert” gibt dem Leben einen
selektiven Vorteil gegenüber “algoritmischen” Leben. [5] Wir können die
Dialektik der Aufklärung erkennen, können hinter die Kulisse der zweiten
Welt schauen und können ein neues Bild von ihr in unserem Inneren
erzeugen.
Bewusstsein ist eine Problemlösung, und das Problem ist schwerwiegend.
Das Problem heißt, wie sich auf die sich ändernden Umstände zu beziehen
und wie handeln. Das Handeln ist erzwungen durch die Welt.
Das Leben hat das Bewusstsein hervorgebracht, weil das Bewusstsein ein
evolutionärer Vorteil ist. Bewusstes Leben verschlingt alles
algorithmische Leben.
Daraus können wir lernen, dass unsere Leidensfähigkeit etwas Gutes ist,
ein echtes Plus. Mit dieser Voraussetzung ist die Frage nach
algorithmischen Bewusstsein geklärt, wenn das Bewusstsein die Lösung für
das algoritmische Problem darstellt, kann es ein algotithmischen
Bewusstsein nicht geben. Computer werden demnach nie Bewusstsein
entwickeln. [6]. Das zentrale Merkmal für Bewusstsein ist hier “die
nicht Berechenbarbeit” bzw. “Non Computable”. Das Argument dafür ist
recht einfach, da Rechnen nur eine Verkürzung des Zählens ist, und alles
Zählbare immer schon gezählt ist, gibt es keine Dynamik, keine Form, die
sich bilden und erhalten kann.
Physikalisch halte ich eine “Non Computable”, in der Quantenmechanik
verankerte Vorstellung, wie die “Orchestrated objective reduction” [7]
für die geeignetste Vorstellung für die Verbindung der Physikalischen
Welt mit dem gestiftet Sein unserer Erfahrung von Dasein.
[1] Karl Popper, All Life is Problem Solving, 2001. Seite 100 “All life is problem solving. All organisms are inventors and tech- nicians, good or not so good, successful or not so successful, in solving technical problems.”
[2] Wikipedia, Russellsche Antinomie, https://de.wikipedia.org/wiki/Russellsche_Antinomie.
[3] Wikipedia, Gödelscher Unvollständigkeitssatz, https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz.
[4] Wikipedia, Halteproblem, https://de.wikipedia.org/wiki/Halteproblem.
[5] Voraussichtlich ist genau deshalb das Weltall nicht voller von Neuman Sonden, die Funktionieren einfach nicht.
[6] Das ist eine dezente weiter Entwicklung des Argument in “The Emperor’s New Mind” von Roger Penrose.
[7] Roger Penrose, Consciousness and the universe: quantum physics, evolution, brain & mind, Cambridge, MA 2017 “1. Consciousness in the Universe: Neuroscience, Quantum Space-Time Geometry and Orch OR Theory”


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