Meine Mutter hat ihren Papa sowie ihre zwei Brüder im Krieg verloren. Als junger Mann, nachdem ich erfahren hatte, dass die Generation meines Opas 27 Millionen Menschen unseres größten Nachbarlandes umgebracht hatte, fügte ich einem Liederbuch meiner Kinder den Text eines Friedensliedes hinzu (Titelbild), welches in den Nachkriegsjahrzehnten in meiner Heimat Sachsen vielerorts ertönte. Auch meine Frau und ich sangen mit unseren drei Kindern das Lied, begleitet von einer Triola, deren Tasten wir mit Zahlen versehen hatten.
Ende der 1980er Jahre glaubten wir kurze Zeit, die Kriegsgefahr in unseren Breiten sei endgültig gebannt. Die Herrschenden zweier Weltmächte kündigten Dinge an, die bis dahin undenkbar schienen: Herr Gorbatschow versprach den Abzug der Besatzungsmacht aus dem Ostblock - und Herr Baker versprach im Gegenzug, dass die Nato Truppen Westeuropas "not an inch", also keinen Zentimeter in Richtung Moskau ausgedehnt werden sollten. Gern erinnern wir uns an dieses Tauwetter nach dem kalten Krieg.
Leider hielt sich nur eine der beiden Parteien an die Ankündigung. Das Versprechen des US-Außenministers geriet in Vergessenheit, und vor wenigen Jahren erinnerte ich die Abgeordneten unseres Bundestages daran, was Interessierte hier nachlesen können.
Heute gibt es in unserem Land maßgebliche Kräfte, die Worte wie "Kriegstüchtigkeit" in den Mund nehmen und die Menschen unseres Landes auf einen Krieg einstimmen wollen. Die Brücken zwischen den Völkern unseres Kontinents einfach abbrechen. Das Haus für russische Kultur in der Friedrichstrasse im Zentrum Berlins soll dieser Tage geräumt werden, wie ich soeben aus einem Gespräch von Benjamin Berndt mit dem russischen Botschafter in Deutschland erfuhr.
Aus dem Lebenswerk des Historikers Daniele Ganser wissen wir, dass die Machtgruppen auf diesem Planeten, welche Kriege in Ländern fern des eigenen Landes vom Zaun zu brechen suchen, die ethischen Leitlinien von Anstand, Ehrlichkeit, Mitgefühl nicht teilen. Wenn Kriege geplant werden, wird gern gelogen, dass sich die Balken biegen, bevor dann das wilde Morden beginnt. Die Brutkastenlüge ist nur eines unter vielen mittlerweile gut dokumentierten Beispielen.
Lassen wir uns nicht länger vor den Karren von Kriegstreibern und deren Bernay'schen Propagandaapparaten spannen! Lasst uns Behauptungen und Beschuldigungen auf Korrektheit prüfen, wie es der gebürtige Däne Ole Dammegard seit Jahrzehnten erfolgreich vormacht. Von ihm können wir auch lernen, woran Falschmeldungen erkannt werden.
Lasst uns laut und deutlich bei allen Gelegenheiten die in den Regelwerken der zivilisierten Welt festgehaltenen Grundregeln für ein friedliches Miteinander aussprechen und einfordern. So in der Charta der Vereinten Nationen:
Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, dass der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.
Das sind wir unseren Kindern und Enkeln schuldig, meine ich. Wir werden einen friedlichen Planeten hinterlassen!?!
*Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.*


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