Friedrich von Sinnen

Wenn ein Bundeskanzler in einem hermetisch abgeriegelten Raumschiff völlig losgelöst über der Realität schwebt

Georg Ohrweh

October 20, 2026 · 12 min read

Die Überschrift in einem brutal destabilisierenden, Desinformationen verbreitenden Russen-Kanal namens RT DE vom 20. Oktober 2026 lautet: „Merz warnt vor „unterschätzten Gefahren“: Russland destabilisiert unseren europäischen Kontinent.

https://de-rtnews.com/inland/295288-merz-warnt-vor-unterschaetzten-gefahren/

Als erstes fällt ein Rechtschreibfehler schon in der Überschrift auf, denn es muss wohl unsereneuropäischen Kontinent heißen, wie es ja auch Unseredemokratie heißt.

Offen bleibt so oder so die Frage, woraus er das besitzanzeigende Fürwort „unser“ ableitet. Wem gehört Europa und was sagt die Geographie zu Russland als Teil Europas?

Aber es ist schon klar. Aus der Sicht seines Raumschiffs, wenigstens fliegen kann er ja, meint er mit „unser“ die verschworene Wertegemeinschaft, die sich dem Guten verschrieben hat, koste es, was es wolle. Da darf man nicht kleinlich sein, wenn es um die gute Sache geht und dafür gestorben wird ja schließlich erst mal nur woanders. Die Rest-Ukrainer haben inzwischen auch schon reichlich genug von ihrem Staatskokser:

https://www.youtube.com/watch?v=js8FgmUEjrs

Interessant wäre die Beantwortung der Frage, woher er seine Informationen bezieht, dass die russische Regierung weiter daran arbeite, „die Demokratie zu untergraben“. Wahrscheinlich hat er in seinem Raumschiff einen Demokratiescanner, der ihm anzeigt, in welchen Ländern es eine vollumfängliche Demokratie gibt und wo nicht. Vorsichtshalber hat er für Deutschland den Alarm-Ton ausgestellt, weil der beim Scannen unentwegt dieses unangenehme Geräusch machen würde, das stört im Außendienst.

Es kann auch sein, dass er über geheime Quellen verfügt, die er nicht nennen kann, weil sie das Staatswohl gefährden würden. Und was der Geheimdienst so in Erfahrung bringt, muss geheim bleiben, sonst wäre es ja kein Geheimdienst.

Weiter zeigt er sich „besorgt darüber“, dass die von Russland „ausgehende Bedrohung für Deutschland“ von vielen Bürgern nicht ernst genug genommen wird.

Es kann auch sein, dass die Bedrohung nicht ernst genommen wird, weil sie vielleicht gar nicht vorhanden ist. Vielleicht ist es eher so, dass Kanzler Unbeliebt unter Verfolgungswahn leidet und wegen fehlender Einsicht professionelle Hilfe anzunehmen, meint, dass nur weil er „Stimmen hört“ die „vielen Bürger“ die auch hören müssten.

Weiter heißt es in dem Text, Merz habe in dem Gespräch mit Bloomberg gesagt, dass die Ereignisse seit Februar 2022 in der Ukraine dabei „nur ein Teil des Gesamtbildes“ seien. Da hat er allerdings recht, denn die Vorgeschichte seit 2014 (Maidan) und die NATO-Osterweiterung werden bei der Betrachtung der Lage, durch den Blick seines mit Realitätsfiltern ausgestatteten Raumschifffensters, in seinen seltsamen Vorstellungen komplett ausgeblendet.

Wäre er in der Lage diese zu erfassen, wäre er vielleicht sogar auch in der Lage, sich in die Gedankenwelt Russlands zu versetzen, das aus seiner Sicht, gelinde gesagt, ein Problem vor allem mit der NATO-Osterweiterung hat. Die Möglichkeit des Nachvollziehens von Bedenken und Argumenten, die Sicherheit Russlands betreffend, würden den spontanen Impuls auslösen, darüber mit der anderen Seite reden zu müssen, was er bislang tunlichst vermeidet, weil man ja mit Russland nicht reden kann, so seine Begründung. Wogegen auch zu ihm vorgedrungen sein sollte, dass Russland permanent Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Allerdings sollte auch ein unreifer und obendrein noch einfältiger Flegel einem gescheiten, bedächtigen, lebenserfahrenen Erwachsenen nicht vorschreiben, wie er sich zu benehmen hat.

Vielleicht spielen auch Feigheit und mangelnde Argumente eine Rolle, kann ja sein, oder? Man stelle sich ein Treffen mit Putin, Lawrow und Merz und Wadephul vor. Wer würde da wohl argumentativ und im Auftreten den größeren Eindruck machen und die besseren Karten haben?

Das Bundeskanzleramt unter Führung, so weiter im Text, (es soll wohl richtig heißen in der Unterführung) von Friedrich Merz erkennt laut Aussagen des Unionsführers weiterhin rein expansionistische Bestrebungen seitens des Kremls. Brille? Fielmann!

Nachvollziehbar, wo die Russische Föderation selbst über nur knappe Landmassen verfügt und die darin enthaltenen Bodenschätze auch sehr überschaubar sind. Das sieht natürlich in Deutschland ganz anders aus. Deutschland hat ja bekanntlich Seltene Erden und Gas- und Ölvorkommen in Hülle und Fülle, dazu noch Solarstrom bei ständigem Sonnenschein und jede Menge Wind hinterm Haus.

Weiter erklärt Merz dazu wörtlich, dass laut seiner Wahrnehmung „die Menschen“ im Gesamtbild nicht erkennen würden, was demnach „das eigentliche Ziel“ Russlands sei. Erneut behauptet er: Und das ist nicht nur territorialer Gewinn in der Ukraine. Das geht weit darüber hinaus.“

Wo soll man da anfangen? Der Reihe nach: Was macht ihn so sicher, dass seine Wahrnehmung die richtige ist? Vielleicht können „die Menschen“ im Gesamtbild gar nicht erkennen, was „das eigentliche Ziel Russlands“ ist, weil es das nur in seiner Phantasie gibt, in der Realität jedoch überhaupt nicht vorhanden ist?

Bei seiner Aussage „Und das ist nicht nur territorialer Gewinn in der Ukraine“ blendet er ebenfalls die Vorfälle seit 2014 aus, die den überwiegend russischen Teil der Gebiete in der Ukraine betreffen, die bereits zahlreiche Opfer gefordert haben, bevor der Konflikt in der Ukraine überhaupt erst im Februar 2022 eskalierte.

Merz weiter: „Das geht weit darüber hinaus“. Da kann man den Eindruck gewinnen, er hat sich zu sehr mit der Geschichte des Dritten Reichs auseinandergesetzt und projiziert die damalige Expansionspolitik des verkannten Malers jetzt auf Russland.

Was genau mit „weit darüber hinaus“ gemeint ist, bleibt er in dem Interview schuldig, der offensichtlich systemkonforme Interviewer hält es allerdings auch nicht für nötig, hier einmal genauer nachzuhaken.

Dieser Mann, dieser Merz, ist wirklich eine Gefahr für die Sicherheit Deutschlands.

Zum Thema der persönlichen Wahrnehmung auf die aktuelle Kreml-Politik lässt Merz dann noch ein paar weiter hohle Nüsse fallen, die es sich nicht einmal lohnen, hier wiederholt zu werden.

Weiter im Text lautet dann seine nachdrückliche Warnung“, …dass Russland dabei ist, die gesamte politische Ordnung (wieder->) unseres Kontinents zu destabilisieren. Und das wird offensichtlich von vielen Menschen auch in meinem (ist nicht deins!!!) Land unterschätzt.

Anders ausgedrückt: Ich bin der Einzige, der versteht, was hier los ist, und es ist zum Verzweifeln, dass die Deutschen zu doof sind, das zu kapieren. Auch das erinnert an einen bekannten Größenwahn aus älteren Zeiten.

Laut Merz gibt es weiter eine unterschätzte Gefahr, die wirklich jeden Tag da ist. Wer weiße Mäuse sieht, wäre wirklich besser woanders, als an der Spitze einer deutschen Regierung aufgehoben.

Es hört leider nicht auf, im Gegenteil, es wird immer schlimmer:

Wegen der ausgesetzten Unterstützung Washingtons für Kiew ist er der Meinung, dass diese Aufgabe mit der „Koalition der Willigen" diese „gewissenhaft“ übernommen werde. Er meint dazu: „Das zeigt also, dass wir das auch alleine schaffen können.“

Wiiiir schaffen das, wir schaffen das, ja, ja, wir schaffen das!

Das hat „den Charme“ von Größenwahn, denn Merz scheint dabei völlig auszublenden, dass er es mit einer Atommacht zu tun hat, gegen die die NATO, ohne die USA schon gar nicht, nur den Kürzeren ziehen kann, wenn es tatsächlich zu einer kriegerischen Auseinandersetzung bis zum Letzten kommen würde, obwohl sehr wahrscheinlich schon weit vorher zum dritten Male gegenüber Russland die Segel zu streichen wären. Noch einmal: Merz ist eine Gefahr für den Frieden Deutschlands aufgrund seiner toxischen Selbstüberschätzung kombiniert mit Unfähigkeit.

Weiter fabuliert er, dass die Kiew-Unterstützer „den Weckruf gehört“ hätten und nun versuchen würden, dass sie sich in eine Position bringen, die sie stark genug macht, im Wettbewerb zu bestehen und sich innerhalb der NATO eigenständig zu verteidigen.

Herr Merz vergisst wohl in dem Moment, dass er nicht bei Blackrock ist, und dass es in Sachen Militär und Verteidigung wohl eher nicht um „Wettbewerb“ gehen sollte. Wenn es um Frieden und Krieg geht, hat wohl ein Begriff aus der Wirtschaft dort nichts zu suchen. Aber auch das zeigt, in welchen Sphären, in welchen Wolkenkuckucksheimen sich Merz aufhält.

Zum Schluss beruft er sich noch auf sein letztes Treffen mit dem US-Präsidenten im März 2026. Man fragt sich, ob es in den vergangenen sieben Monaten nicht genügend Anlässe gegeben hat, erneut das Gespräch zu suchen, zum Beispiel, um vielleicht zur Abwechslung einmal durch einen realitätsbezogenen Vorschlag zu einer Befriedung in der Ukraine beizutragen. Stattdessen aber hebt er die Vorzüge seines Kurses hervor, die auch im Interesse der USA liegen sollten. Das wird sich Trump sicher zu Herzen nehmen, wenn es der große Merz sagt.

Dieser ganze Müll, den Merz da von sich gibt, beruht auf einem Weltbild, dass es so gar nicht mehr gibt. Entweder fehlt ihm die Fähigkeit, oder er ignoriert vollkommen, dass es diese Welt nur noch in seinem Raumschiff und in seinen Vorstellungen gibt.

Merz und die genauso dämliche „Koalition der Willigen“ beharren auf der Forderung eines Waffenstillstandes, als Basis für Friedensverhandlungen.

Russland wiederholt gebetsmühlenartig, dass diese Vorgehensweise für es nicht in Frage kommt. Was wäre die logische Konsequenz? Man sucht das Gespräch und versucht, sich zunächst noch einmal persönlich die Standunkte des jeweils anderen anzuhören, um eine Basis zu haben, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man eventuell aufeinander zugehen könnte. Wichtig dabei wäre, im Gespräch zu bleiben. Das 20-minütige Treffen Wadephuls mit Lawrow erinnert eher an den Auftritt eines Trampels, das noch nie etwas von Anstand und Manieren gehört hat. Man bekommt den Eindruck, da ist irgendwann unter Fernerliefen nachts um 23 Uhr, ganz zum Schluss, ein Gesetz im Bundestag verabschiedet worden, dass Diplomatie bei Todesstrafe ab sofort verbietet. Statt die Gelegenheit zu nutzen, einen Gesprächskanal zu öffnen, nutzt der unnütze Wadephul die Gelegenheit, etwas vorzulesen, was Lawrow eh schon wusste. Wie armselig!

Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland, in konzertierter Aktion, durch die Aussagen Putins, Lawrows und auch des russischen Botschafters in Berlin (es gibt reichlich Videobeweise dafür im Internet), ein groß angelegtes Täuschungsmanöver in Gang gesetzt haben, um von den tatsächlichen Absichten maximal abzulenken, in dem immer wieder betont wird, dass Russland nicht die Absicht hat, weder Deutschland, noch die NATO angreifen zu wollen, der Botschafter immer wieder den Unterschied zwischen der deutschen Politik und den Deutschen hervorhebt und es sogar aus unerfindlichen Gründen schafft, am Ende immer noch optimistisch zu sein, dass auch andere Zeiten wieder möglich sein können?

Die Botschaft, die von Russland ausgeht, ist nicht im Geringsten in irgendeiner Weise, noch nicht einmal unterschwellig, von Aggressionen gegenüber Deutschland geprägt. Wie schafft Merz das, dies völlig zu ignorieren und an sich abprallen zu lassen?

Wie stark lässt er sich von der Waffenlobby treiben, die derzeit kräftige Gewinne einfährt?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland so doof wäre, so lange zu warten, bis sich Deutschland bis an die Zähne bewaffnet hätte, spätestens 2030, um dann anzugreifen? Rein schon aus logischen Gründen wäre es doch für Russland viel effizienter Deutschland jetzt anzugreifen, wo die Munition vielleicht für einen halben Tag reicht und es ein leichtes wäre, sich das deutsche Staatsgebiet unter den Nagel zu reißen, inklusive seiner leeren Gasspeicher, einer maroden Infrastruktur, der niedergeprügelten Wirtschaft durch Dauerfehlentscheidungen?

So viel Dummheit, Unfähigkeit und Verbohrtheit auf einen Haufen tut jedem weh, der auch nur noch eine einzige Gehirnzelle im Kopf hat.

Die Rufe nach einem Rücktritt des Kanzlers Gernegroß, inzwischen sogar aus den eigenen Reihen, sind nachvollziehbar. Jung-Unioniker fordern, dass er doch bitte mit seinem Raumschiff zum Oberspalter schweben sollte, um dort um seine Entlassung als Raumschiff-Kapitän zu bitten. Doch wer könnte sein Nachfolger sein? Da ist weit und breit nichts als gähnende Leere. Keine Tamara Jagellovsk, die wäre immerhin Leutnant des Galaktischen Sicherheitsdienstes und auch eine Frau Weidel, Transatlantikerin, hat kein Problem mit den 5% für die NATO? Wenn überhaupt jemand aus der AfD, dann wäre Chrupalla vermutlich der Geeignetere, bodenständig, mit Berufserfahrung in einem Handwerksbetrieb, der NATO gegenüber kritischer, als Frau Weidel, weil James Tiberius Kirk aufgrund seines Alters kein neues Kommando mehr übernehmen will. Jedenfalls so lange, wie Deutschland sich noch mit dem nicht mehr funktionierenden und abzuschaffenden Parteien-System herumschlagen muss. Und sollte die AfD tatsächlich in Regierungsverantwortung kommen, dann müsste ein Koalitionspartner gefunden werden, wer von den Klingonen oder den Borg sollte das sein? Aber das wäre das nächste Dilemma.

Und dann gibt es noch eine ganz andere Betrachtungsweise: Kann dieser unsägliche Zwergriese Merz noch bis zum Ende seiner Amts-Raum-Zeit mit Beweisen für seine Unfähigkeit, die er allerdings professionell und perfekt beherrscht, weitermachen, ohne dass er Russland so provoziert, dass es Deutschland einen Schuss vor den Bug verpassen muss, bis Deutschland in jeder Hinsicht komplett vor die Wand gefahren ist. Das wäre ziemlich arg für die Deutschen, für die, die das hinterlassene Chaos aufräumen müssten, würde jedoch auch bedeuten, kein Geld mehr für die EU als der wichtigste Einzahler. Das könnte das Monster EU in Brüssel zerstören, die digitale EU-Identität würde vielleicht dadurch verhindert werden können und die Einführung des digitalen Euro, was wohl den allermeisten Europäern zugute käme, die sich nicht weiter von der Medusa in Brüssel drangsalieren lassen müssten.

Und wenn wirklich alles am Boden läge, wäre das nicht die Chance, alles einmal neu zu sortieren, einzuordnen und noch einmal ganz von vorne anzufangen?

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Wie viele Menschen sehnen sich nach Verhältnissen, in denen man wieder frei atmen kann?

Vielleicht wäre der Nutzen durch den vollständigen Zusammenbruch Deutschlands für die Freiheit der Menschen sogar größer, als der Schaden. Vielleicht muss Deutschland erst durch die tiefste Stelle des Tals, damit es wieder aufwärts gehen kann. Von alleine werden die Psychopathen, die derzeit über unser Wohl und Wehe verfügen, sicher nicht aufhören, jeden Tag weiteren Wahnsinn zu produzieren, um damit die Gesellschaft und das Land weiter zu vergiften. Vielleicht fordert die Freiheit in Abständen ihren Tribut, wenn sich die Menschen zu sehr an sie gewöhnt haben. Vielleicht braucht es dann ein Erinnern daran, dass die Freiheit von den Ahnen hart errungen wurde, dass sie keine Selbstverständlichkeit ist und dass man ab und zu auch Opfer bringen muss, um sie weiterhin oder vielleicht besser wieder genießen zu können.

* *

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

(Helfen Sie, dass das nicht zensierbare pareto-Projekt weiterwächst. Leiten Sie Artikel, die Sie auch in den telegram-Kanälen finden, an Menschen weiter, von denen Sie sich vorstellen können, dass sie sich dafür interessieren.)

(Übrigens: Meine Artikel sind nicht KI-generiert, sondern stammen authentisch aus meinem Geist und meiner Feder, was von der Tageskondition abhängig, unterschiedlich gut gelingt und mich nicht vor Tippfehlern schützt.)

(Wem meine Artikel gefallen, der möge die Gießkanne nehmen und einen Satoshi-Regen über mich herniederprasseln lassen.)

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

* *

(Bild von pixabay. Die Bilder dort sind allerdings oft KI-generiert, aber selbst malen und zeichnen kann ich nicht auch noch.)

#deutschland#frieden#krieg#merz#russland#satire#wadephul
0

Written by

Ich habe mich noch nie mit einfachen Antworten zufrieden gegeben.

georgohrweh@pareto.town

Comments0

No comments yet. Start the conversation.