Im 2. Weltkrieg war Leipzig ein Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie. Der größte sächsische Rüstungskonzern, die Hugo Schneider AG, stellte hier in Massenproduktion Panzerfäuste her, das Erla Maschinenwerk lieferte tausende Jagdflugzeuge.. Andere Firmen fertigten Flugzeugteile und komplette Flugzeuge an mehreren Standorten der Stadt. Weitere Unternehmen wie die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG und die Mitteldeutsche Motorenwerke GmbH waren in der Stadt präsent.
Diese Industriekapazitäten machten Leipzig zum Hauptziel alliierter Luftangriffe. Als kleiner Junge wuchs ich so Ende der 1950er Jahre in einer zerstörten Stadt auf.
Im Herbst 1989 demonstrierten viele tausend Menschen, welche den Kurs der DDR Regierung nicht länger billigten, in der Stadt auch gegen die Anwendung von Gewalt gegenüber den Demonstranten seitens der damaligen DDR Staatsführung. Was heute abstrakt klingt war damals sehr konkret: Menschen wie ich standen auf der Seite der Demonstranten - und unsere Brüder, Cousins und Schwager, welche zu jener Zeit zum Militär einberufen waren, standen uns in Uniform gegenüber und wir alle zitterten vor einem möglichen Schießbefehl. Damals gab es kein Blutvergießen, weil offenkundig die Vernunft Oberhand behielt.
Vor einigen Jahren hat sich in Leipzig die Initiative "Leipzig bleibt friedlich" gegründet. In Erinnerung an die großen Weltenbrände des vergangenen Jahrhunderts sowie an das Wunder von Leipzig 1989 setzen sich heute tausende Menschen der Stadt für ein friedliches Miteinander ein, mit dem Parolen wie "Kriegstüchtigkeit" und Ankündigungen zur Errichtung neuer Rüstungsfirmen eine Absage erteilt wird. Hier das Plädoyer dieser Bewegung (Details finden Sie hier):
Was in Leipzig 1989 gelungen ist, hat Weltgeschichte geschrieben. Die eine Seite hat mit Kerzen und Transparenten friedlich demonstriert und Widerstand geleistet und die waffenstarrende andere Seite hat nicht geschossen. Leipzig hat einen wesentlichen Anteil am Fall der Berliner Mauer. Und das kann man einordnen in welthistorische Ereignisse wie den Marsch der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf Washington oder den zivilen Ungehorsam gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien angeführt von Mahatma Gandhi. Dieses Erbe und der Geist der Friedlichen Revolution soll auf künftige Generationen ausstrahlen und helfen, aktuelle Krisen zu lösen. Deshalb wollen wir Leipzig als Weltfriedensort etablieren. Leipzig hat die Chance, glaubwürdig und aktiv zum Weltfrieden und zur internationalen Sicherheit beizutragen und Bedrohungen abzuwenden. In diesem zivilen Geist soll die Stadt der Friedlichen Revolution alles in ihrer Kraft Stehende tun, um den “Weltfriedensort Leipzig” zu etablieren. Friedensfördernde Institutionen, Foren und Orte sollen angesiedelt werden, ähnlich wie die Stadt Leipzig z.B. als Musikstadt ihre Institutionen und Kompetenzen etabliert hat.
In Taucha bei Leipzig sowie auch im Friedensort Meißen wird in den kommenden Tagen der Film "Warum ich? Wolf D. Kroll" aufgeführt, nach dem Regisseur Mario Nieswand und der Produzentin Melanie Madaus der erste Film für den Weltfrieden. Weitere Aufführungsorte und die Termine dazu finden Sie hier.
Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.


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