Fortsetzung von Teil 1:
Für jemanden, der sonst nichts mit dem Universitätsbetrieb zu tun hat, liest sich das Buch wie ein spannender Krimi, leider nicht im positiven Sinne.
Um jemanden loszuwerden, werden in dem Buch Methoden beschrieben, die an dem Vorhandensein eines funktionierenden Rechtsstaates deutlich zweifeln lassen. Darüber hinaus, werden perfide Mittel eingesetzt, um die Professorin oder den Professor „madig“ zu machen, in dem zum Beispiel bereits gewährte Fördermittel wieder gestrichen werden.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt ist, dass die englische Sprache immer mehr Einzug in deutsche Universitäten und Hochschulen hält. Englisch, mit einem im Vergleich zu Deutsch geringeren Wortschatz, besonders, wenn es um Nuancen geht, ist die schnelle, einfache Sprache der Wirtschaft. Deutsch ist die Sprache der Geisteswissenschaft, mit der sie die Möglichkeit hat, ganz präzise zu formulieren, was im Englischen nicht möglich ist. So sind aus den Begriffen Diplom, Magister und Staatsexamen, mit der sogenannten Bologna-Reform, Bachelor und Master geworden, was inhaltlich die vorgenannten deutschen Begriffe und deren Bedeutung in keiner Weise ersetzen kann.
Unbequeme Forschung ist nicht zu erwarten, wenn Drittmittel aus der sogenannten öffentlichen Hand stammen. Schlage nicht die Hand, die Dich nährt!
Man kann auch einen Zusammenhang zwischen der Politik und der Wissenschaft feststellen. Man kann den Eindruck bekommen, dass je schlechter die Politik ist, die Wissenschaft um so mehr „nachhelfen“ muss, um gewünschte Ziele zu erreichen. Die Folge ist, dass die Wissenschaft sozusagen „verwässert“.
Eine weitere wichtige Aussage in dem Buch ist, dass Universitäten Horte der Wissenschaftsfreiheit sein sollten, und nicht staatliche Einrichtungen zur Sanktionierung einer formalen wissenschaftlichen Methodenlehre. Hochschulleitungen sollten sich innerhalb ihrer Fürsorgepflicht für den Erhalt der Wissenschaftsfreiheit einsetzen, statt sich dafür zuständig zu fühlen, staatlich genehmigtes Wissen zu überwachen.
Richtig auch, dass Wissenschaft selbst keine demokratische Angelegenheit ist und dass sich Wahrheit nicht durch die Zustimmung einer Mehrheit finden lässt. Gerade das Corona-Ereignis hat gezeigt, dass eine Mehrheit auch durchaus auf dem Holzweg sein kann, und dass es für eine Minderheit richtig war, nicht auch in den Fluss gesprungen zu sein, nur, weil es alle anderen ja auch getan haben.
Während dieser dunklen Zeit sind medial nur die Stimmen zu Wort gekommen, die den angeblichen, aber auf jeden Fall systemkonformen Konsens der Wissenschaft verlautbart haben. Bedenkenträger kamen nicht zu Wort und sind bis heute auch noch nicht rehabilitiert, obwohl es mehr als genug Gründe dafür gebe, dies schleunigst einzuleiten.
Wissenschaft muss unbequem sein, sie muss die Gesellschaft mit nonkonformistischen Erkenntnissen konfrontieren, damit eine Entwicklung stattfinden kann. Findet dies ein Ende, führt das zu einer allmählichen Verblödung der Gesellschaft, die man an manchen Stellen schon heute beobachten kann.
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Wissenschaft zu einer der Säulen gemacht wird, die dem politischen Machterhalt dient. Sie wird damit instrumentalisiert.
Im weiteren Verlauf wird auch auf den Begriff des „katholischen Arbeitermädchens vom Lande“ eingegangen, was mit dem oben bereits erwähnten „Stallgeruch“ und einem elitären Denken zusammenhängt. Allein schon der Begriff beinhaltet eine Herablassung, ein hierarchisches Hinunterschauen auf „die da unten“, und die kommt obendrein auch noch vom Lande und hat wahrscheinlich noch Kuhmist aus dem Stall unter den Schuhen, was man riecht. Die Phantasie gäbe noch weitere Assoziationen her, die solchen „Übermenschen-Gehirnen“ entspringen könnten, auf die hier jedoch besser verzichtet wird.
Einziger bisheriger Kritikpunkt an dem Buch ist die Verwendung des Begriffs „bildungsfern“. Auch dieser Begriff stammt aus dem Denk und Sprech dieser vermeintlich elitären Klicke.
Ein Mensch, der vielleicht nicht akademisch, also „bildungsnah“ vorbelastet ist, kann aber durchaus besonders herzensgebildet, empathisch und im Sozialverhalten gebildet sein und über einen sogenannten gesunden Hausverstand verfügen, was oft gegenüber einer akademischen Bildung von Vorteil sein kann. Hier sei das Beispiel des Berliner Taxifahrers aufgeführt, der den Corona-Schwindel schneller durchschaut hat, als manch ein „ach so“ gebildeter Akademiker. Gerade unter den "Corona-Impfjüngern" befinden sich unter ihnen besonders viele.
Die Studie von Frau Egner und Frau Uhlenwinkel zeigt auf, dass vor allem „Alte weiße Männer und Frauen“, meist höheren Alters, von einer Entfernung aus Universitäten und Hochschulen betroffen sind. Die Vermutung liegt nahe, dass hier Menschen, die noch nicht ideologisch verseucht sind, kaltgestellt werden sollen, weil sie den wissenschaftlichen Staatsbetrieb unnötig stören und behindern und sich in der gewünschten Systemkonformität als nicht kooperativ erwiesen haben.
Unweigerlich muss man an die Sowjetunion und den Staatskundeunterricht in der DDR denken.
Eine weitere Absicht lässt sich vermuten: Man will die „schlaueren, alten, erfahrenen Hasen“ weghaben, die überdurchschnittlich guten bis exzellenten, um Platz für wesentlich dümmere, dafür aber systemkonforme Nachwuchswissenschaftler zu schaffen.
Höchste Genauigkeit und Widerborstigkeit soll durch Mittelmaß und Angepasstheit ersetzt werden, fachliche Fähigkeiten durch Kontaktpflege-Kompetenz, wobei „Bildungserben“, also die, die aus Akademikerhaushalten stammen, nicht wie „Arbeiterkinder“ durch Leistung und besonders Leistung überzeugen müssen, sondern die sich auf ihren Status, Netzwerke und ihren Habitus verlassen können. Wie sich diese abgehobene, feudale Haltung mit einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbaren lässt, bleibt schleierhaft.
Inhalte sind für diese abgehobenen Snobs nur dann interessant, wenn sie der Karriere dienen.
Ebenfalls sehr interessant der Blick auf die Eltern der Jahrgänge ab 1995: Statt diese jungen Menschen auch am Scheitern ihrer jungen Pläne wachsen zu lassen, wird von den Eltern alles aus dem Weg geräumt, was hinderlich sein könnte. Gleichzeitig werden die Sprösslinge ins Unermessliche überhöht, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet in dieser Generation so viele tatsächliche und angebliche Hochbegabte geben kann. Dieses von den Eltern eingetrichterte übersteigerte Selbstbewusstsein muss zwangsläufig zu einer Selbstüberschätzung, einer mangelnden Fähigkeit zur Selbstkritik und einer ausgeprägten Anspruchshaltung führen, wie ebenfalls bereits weiter oben angedeutet.
Diese Anspruchshaltung äußert sich auch in der Vorstellung, dass man ein Recht auf Bestnoten habe, unabhängig von der tatsächlichen Leistung, die das in vielen Fällen gar nicht hergibt.
Statt sich mit KI Stoff heranzuschaffen, sollten diese Tausendsassas besser ihre Nase in Bücher stecken, das Gelesene durch Niederschreiben verinnerlichen, als Grundlage für eine Prüfung. Stattdessen wird den Wissensvermittlern vorgeworfen, dass sie ja wissen müssten, dass sich die Prüflinge da ja nicht auskennen. Am liebsten wäre es diesen Sechs-Sieben-Gescheiten wohl, wenn man die Fragen vor Vorlage daraufhin gemeinsam überprüfen würde, ob die Antworten auch gegeben werden können.
Frustrationstoleranz und Resilienz sind für die selbsternannten High Potentials ein Fremdwort. Läuft es nicht so, wie sie es sich in ihrer Mikey Mouse-Welt vorstellen, reagieren sie mit Angst.
Professoren werden nicht als Förderer gesehen, sondern als Hindernis für das Fortkommen des Nachwuchses der „Neuen Wissenschaft“.
Entsprechen die Erwartungen der High Potentials nicht den Ergebnissen, fangen sie an link zu werden. So wird dann den Lehrenden Machtmissbrauch vorgeworfen und man versteckt sich hinter anonym vorgebrachten Beschwerden. Was für Weicheier, was für Feiglinge werden da als Nachwuchs herangebildet!
Ein weiterer Hinweis darauf, dass nach dem Prinzip der Sozialen Dreigliederung der soziale Organismus krank ist, ist, wenn davon gesprochen wird, dass ein radikaler Umbau zu einer unternehmerischen Hochschule festzustellen ist, in dem die Schule ihre Studenten zunehmend als Kunden begreift. Hier greift das Wirtschaftsleben schadhaft in das freie Geistesleben ein.
Der Vorwurf einer ideologischen Unbotmäßigkeit entsteht, wenn die Diskussionskorridore zunehmend verengt werden, so dass Meinungsäußerungen „eingeordnet“ werden und damit die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit ausgehöhlt wird.
Bisherige medizinische Lehrmeinungen verlieren plötzlich ab einem bestimmten Zeitpunkt aus politischen Gründen ihre Gültigkeit. Dieser Vorfall könnte sich während der Corona-Inszenierung gut ereignet haben.
Es wird in dem Buch auch von einem Fall berichtet, in dem die sogenannte Kontaktschuld hergenommen wurde, um einen Kollegen beim Verfassungsschutz zu melden. Nachträglich noch herzliche Grüße an Herrn oder Frau Blockwart.
Ebenfalls ist in dem Buch zu lesen, dass die Rechtsprechung, die auf niedergeschriebenen Gesetzen beruht, den Trend hat, zugunsten einer „Gefühlssprechung“ ersetzt zu werden. Behauptungen werden übernommen und im weiteren Verlauf als Tatsachen behandelt. Jedes Mittel scheint recht zu sein, um das System zu stützen und kritische Betrachtungen zu unterdrücken. Erneut schleicht sich der Verdacht der Willkür beim Nachdenken über diese Vorgänge ein.
Man erfindet offensichtlich sogar Gründe, warum der Beutelsbacher Konsens angeblich seine Gültigkeit verloren hat. Stattdessen werden Schüler durch Lehrer animiert, sich zur systemkonformen Linie des offiziellen Regierungsprogramms zu bekennen. Sei es durch entsprechend bekennende Kleidung, oder das Anbringen einer Flagge and der Schule, nicht der deutschen, sondern der der Ukraine. Was da stattfindet, ist kein Heranziehen von mündigen Bürgern, sondern eine Erziehung hin zum Mitläufertum, man könnte auch sagen, der Versuch der Gleichschaltung. So hat der Beutelsbacher Konsens in Bezug auf den Klimawandel keine Gültigkeit mehr, wohl weil er mit den gesetzten Staatsfakten kollidieren könnte. Sogenannte Klimawandelleugner werden gleich auch politisch in einer sogenannten antidemokratischen Ecke eingeordnet, weil gültig sind nur die Verlautbarungen der Unseredemokratie und die Partei, die Partei, die hat immer recht.
Bei Inhalten kommt es vor allem auf die richtige Sichtweise an, nämlich die, die als Staatsdoktrin so zwar nicht genannt, aber dennoch durchgesetzt werden soll.
Auch in den Schulen wird die Verblödung gefördert, weil es nicht mehr um die Anreicherung eines Wissensschatzes geht, sondern lediglich um die Kompetenz des Lesens, das dabei hilft, wo welche bereits gegebenen Antworten, die sich die Schüler früher selbst zu erarbeiten hatte, zu finden sind. Wer sich der Vernunft verpflichtet fühlt, kann nur ein Schwurbler sein.
Nach der Sozialen Dreigliederung vergiftet hier der Staat (das Rechtsleben) wieder das freie Geistesleben.
Und das Rechtsleben als solches wird schon in sich dadurch vergiftet, in dem Rechtstaatlichkeit mit perfiden Mitteln ausgehebelt wird. Auch dafür finden sich in dem Buch Beispiele.
Entscheidungen, die autokratisch getroffen wurden, werden mithilfe von inszenierten Verfahren vermeintlich demokratisch legitimiert.
Nicht umsonst wird im weiteren Verlauf der Roman „Der Prozess“ von Franz Kafka aufgeführt.
Maßgeblich beteiligt an dem Umbau einer klassischen, herkömmlichen Wissenschaft in eine systemkonforme Wissenschaft, ist der Journalismus, der ebenfalls einen Wandel durchlebt. Wer hinschauen will findet überall Beispiele für den Wandel vom klassischen Journalismus hin zu einem Haltungsjournalismus. Früher war der Journalismus dazu da, der Politik und anderen Bereichen, auch der Wissenschaft, kritisch auf die Finger zu schauen. Heute behält man seinen Posten, eine Vertragsverlängerung, damit man die Familie ernähren und das Haus abbezahlen kann, nur, wenn man sich entsprechend systemkonform äußert und die großen Errungenschaften der Demokratisch Demokratischen Republik ausreichend lobt.
Manchmal reicht sogar der Einwand einer staatskonformen Faktencheckerin, um einen kritischen Beitrag an der Veröffentlichung zu hindern.
Die nächste Stufe des Haltungsjournalismus ist demnach die Propaganda, wie sie Michael Meyen unter Rückbezug auf Andreas Elter in dem Buch kurz und präzise beschreibt.
Was den Zustand der Wissenschaftslandschaft in Deutschland betrifft, so hier das Zitat von Vera F. Birkenbihl:
„Wenn Licht auf Dunkelheit fällt, siegt immer das Licht. Umgekehrt geht es nicht.“
Zusammenfassend geht es in dem Buch vor allem um fehlende Rechtsstaatlichkeit, frappierende Leichtfertigkeit und ideologische Unbotmäßigkeit. Es geht auch um die fortschreitende Infantilisierung der Gesellschaft. Persönlich ergänzt sei hier noch zusätzlich die Infantilisierung der Politik durch Minderleister, die teils aus genau diesem Universitäts- und Hochschulmilieu stammen, und deren Handlungen inzwischen die Schwelle der Gefährlichkeit für die gesamte Gesellschaft überschritten hat.
Unter den jetzigen Voraussetzungen ist nicht im Entferntesten daran zu denken, dass eine Möglichkeit besteht, dass die so entfernten Professorinnen und Professoren rehabilitiert werden. Dasselbe gilt für die Ärzte, Mediziner und Wissenschaftler, die ihre Bedenken im Umgang mit dem Corona-Ereignis schon zu Beginn äußerten und mundtot gemacht wurden, in dem sie in den Medien einfach nicht mehr vorkamen.
Für die „Entfernten“ stellen diese menschlich verachtenswerten Behandlungen nachvollziehbar eine traumatische Erfahrung dar, weil Logik gegen die angewendete Willkür und Irrationalität staatlicherseits willentlich und vorsätzlich außer Kraft gesetzt wird.
Vielen „Entfernten“ wurde von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen weggezogen, einige hegten sogar Suizidgedanken. So weit kann der Staat also untadelige Menschen treiben. Auch das erinnert an Zeiten, von denen man dachte, dass man sie längst hinter sich gelassen hat.
Mit Angst wird die Wissenschaft diszipliniert, man bleibt besser auf Linie, als sich mit dem System anzulegen, was natürlich das Gegenteil von einer freien Forschung und Lehre ist.
Das Beschriebene erinnert eher an einen Staat und ein System, das von der Demokratie so weit entfernt ist, wie die Erde vom Andromeda-Nebel.
Es erinnert eher daran, dass die deutsche Demokratie, wie man sie bisher kannte, in eine Unseredemokratie transformiert werden soll, in der immer mehr totalitäre Strukturen Einzug halten.
„Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand behalten.“, so Walter Ulbricht. Na dann, willkommen in der DDR 2.0.
Man bekommt förmlich „gruselige Lust“ auf den Ausruf: Der Sozialismus, er lebe hoch, hoch, hoch!
Am Ende bleibt Frau Egner und Frau Uhlenwinkel nur, sich einzureihen in diejenigen, die sich die Frage stellen, wie man aus diesem Dilemma, aus diesem Schlamassel wieder herauskommt, denn auch sie haben auf diese Frage nicht den Hauch einer Ahnung, wie die Antwort darauf lauten könnte.
Alles in allem ein wirklich spannender Einblick hinter die Kulissen der systemkonformen, angepassten und durchaus den Kern der Wissenschaft verratenden “ Intelligenzia“.
„Wer stört, muss weg!“ ist erschienen im Westend-Verlag, ISBN 978-3-86489-475-6
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(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
(Helfen Sie, dass das nicht zensierbare pareto-Projekt weiterwächst. Leiten Sie Artikel, die Sie auch in den telegram-Kanälen finden, an Menschen weiter, von denen Sie sich vorstellen können, dass sie sich dafür interessieren.)
(Übrigens: Meine Artikel sind nicht KI-generiert, sondern stammen authentisch aus meinem Geist und meiner Feder, was von der Tageskondition abhängig, unterschiedlich gut gelingt und mich nicht vor Tippfehlern schützt.)
(Wem meine Artikel gefallen, der möge die Gießkanne nehmen und einen Satoshi-Regen über mich herniederprasseln lassen.)
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay. Die Bilder dort sind allerdings oft KI-generiert, aber selbst malen und zeichnen kann ich nicht auch noch.)


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